Mission: Sägerät! Der Auftrag…

2025-06-28 | Mission: Sägerät!

Hallo zusammen!

Ich habe eine Anfrage erhalten: „Kannst Du mir ein Sägerät auf einen Grubber bauen?“

„Klar doch! Gerne!“

Meine große Klappe und ich mal wieder… oder ich und meine große Klappe… was wieder ein wenig philosophisch würde…

Was ist ein Sägerät? Keine Ahnung! Von meinem allgemeinen Sprachgebrauch her hätte ich ja „Sähgerät“ geschrieben, weil ich es vom „Sähen“ abgeleitet hätte.

Aber das wäre falsch. „Sähen“ hat seinen Stamm im „Sehen“ – ein blöd konstruierter Satz dazu: „Wenn wir unsere Augen öffneten, dann sähen wir…“. Laut Duden ist das Falschschreiben für das „Säen“ (das Falsschreiben des Säens) allerdings modern und kommod. Ich möchte mir aber Mühe geben, Euch in den nächsten Tagen ein „Sägerät“ und meine Idee einer Montage auf einem Grubber vorzustellen. Ohne „h“.

Nun geht es hier um das Aussäen einer Zwischenfrucht, im Sommer gerne mal Senf. Diese Zwischenfrucht hat mehrere Aufgaben: Sie verhindert beispielsweise, dass der Boden erodiert oder dass sich Unkräuter breit machen. Auch nimmt sie CO2 und Stickstoff aus der Luft auf und ernährt Insekten oder dient als Unterschlupf für Tiere. Je nach Zwischenfrucht kann sie als Futtermittel dienen. Wenn nicht, wird sie wieder in den Boden eingearbeitet und wirkt von dort als natürlicher Dünger für die folgende Hauptfrucht. Tolle Sache!

Allerdings ist das Ganze auch relativ zeitkritisch zu sehen: Die Aussaat muss kurz nach der Ernte erfolgen. Das Wetter bestimmt, wann geerntet und wann gesät werden kann. Die Landwirte stehen in dieser Zeit unter massivem Druck: Wenn es geregnet hat und die Frucht zu feucht ist, kann nicht geerntet werden (oder es muss aufwändig getrocknet werden). Wenn der Acker zu nass ist, kann er nicht befahren werden. Tatsächlich und nüchtern betrachtet ist unser Sommer 2025 eher kühl und verregnet.

Die Zeit drängt also, die Zeitfenster sind eng! Und so fand sich das Sägerät in meiner Werkstatt ein.

Wie hatte man es vorher gemacht? Naja… die Zwischenfrucht ist ein recht moderner Gedanke – so viel früher braucht man also gar nicht schauen…

Aber vorher wurde der abgeerntete Acker durchgegrubbert und nur für die Hauptfrucht vorbereitet. Um die Idee der Zwischenfrucht umzusetzen, muss das Saatgut in den Boden gearbeitet werden.

Eine Zwischenlösung für die Zwischenfrucht war es, das Sägerät vorne am Traktor auf dem Gegengewicht zum kombinierten Grubber mit Egge hinter dem Traktor anzubringen. Schöner wäre aber erst grubbern, dann säen und dann eggen gewesen, was den Boden über der Saat wieder schließt.

Das Ziel ist also, das Sägerät so auf dem Grubber mit folgender Egge anzubringen, dass es die Saat genau zwischen Grubber und Egge ausbringen kann. Wichtig wird wohl eine gewisse Einstellbarkei in der Neigung sein, um auch genau zwischen Grubber und Egge treffen zu können… Vielleicht ist das eine oder andere Saatgut ja schwerer… oder leichter… was eine Einstellbarkeit im Streuwinkel nur noch wichtiger werden lässt.

Das Gerät wird von oben befüllt. Zwei Säcke Saatgut passen hinein, wodurch 50kg Samen im Behälter landen. Ein kleiner Elektromotor sorgt nun dafür, dass das Saatgut ausgebracht wird. Eine Fernbedienung wird dazu per Kabel in das Fahrerhaus des Traktors geführt.

Was zunächst auffiel: Löcher sind zwar da… aber am Motor fehlen doch zwei Schrauben, oder? Ob der Hersteller da gespart hat? DA?? Echt jetzt?

Ich schaue mir die ganze Geschichte noch weiter an…

Bleibt mir gewogen und bleibt einfach besser als ich!

 

Herzlich!

 

Michael

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