Ich möchte diesen Platz auf meiner Seite dazu nutzen, um über Gefahren in der Schmiede zu philosophieren. Auf gar keinen Fall darf diese Sammlung als vollumfänglich oder vollständig gesehen werden - aber der eine oder andere Hinweis wird sich schon finden lassen, an den man vielleicht noch gar nicht so gedacht hat. Dem Berufsschmied mögen noch viele Dinge mehr einfallen, auf die er bei seiner Arbeit täglich achtet. Hier möchte ich gerne den Anfänger einfangen. Dabei soll es nicht nur um direkte, sondern auch um indirekte Gefahren gehen - aber das lest Ihr ja gleich...

Im Nachhinein fällt mir auf, dass ich besonders viel zum Hammer geschrieben habe. Da der Hammer aber dem Schmied am nächsten ist, lasse ich das so stehen. Wahrscheinlich ist das aber auch schon eine eigene Abhandlung wert.

Und mittlerweile ist das hier so lang geworden, dass ich Euch nicht länger suchen lassen möchte und Euch ein Inhaltsverzeichnis gebaut habe - bitteschön:

 

 

Also: Aufi!

Hier und dort hört man: "Ich kenne einen Schmied, der ist über 100 Jahre alt geworden - und dem ist nie etwas passiert!". Das mag stimmen. Außer Acht gelassen worden sind dabei aber die Schmiede, die schon mit 40, 50 oder 60 Jahren die Bühne verlassen haben - aus welchen Gründen auch immer. Und sei es der Herzinfarkt auf der Leiter beim Wechseln einer Glühbirne an der Decke der Werkstatt gewesen - was nun überhaupt nichts mit dem Schmieden an sich zu tun hat.

Schmieden ist grundsätzlich erst mal brutal, es ist massiv und gefährlich. Das mag jetzt unter Umständen heillos übertrieben klingen, doch ist Schmieden etwas völlig anderes, als z.B. Häkeln. Schaltet immer Euer Hirn ein, bedenkt immer das "was passiert, wenn...?". Ein gutes, sicheres Bauchgefühl muss immer dabei sein. Fangt klein an, das Katana kommt später. Ruhe, Ordnung und Übersicht helfen. Werkstücke müssen immer sicher gehalten werden können. Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Kasten sind griffbereit. Die Spezial-Salbe für Verbrennungen heißt Betaisodona. Sie hilft gut, versaut aber auch sämtliche Klamotten aufgrund ihres hohen Jod-Gehalts. Eine Tube davon gehört aber in jeden Erste-Hilfe-Kasten einer Schmiede.

Achtet auf Euch selbst, Eure Mitmenschen und auf Eure Umgebung! Und auf unerwartete Fallen.

Beim Betreten einer Schmiede sind die üblichen Verdächtigen schnell entlarvt:

    • es stinkt und qualmt
    • es ist heiß
    • überall fliegt Krimskrams rum

Doch: Kann das schon alles sein?

Nein, bestimmt nicht. Schauen wir etwas genauer hin:

 

Verbrennungen

In der Schmiede ist es überhaupt kein Problem, Stahl so heiß werden zu lassen, dass er wie eine Wunderkerze verbrennt. Abgebrannte Stücke brutzeln gerne in der Esse weiter vor sich hin und können dann oft nur noch mit Mühe wiedergefunden werden.

Natürlich habe ich auch schon "daneben" gepackt - Mann, ist das blöd! Beim Zufassen gibt's ein Gefühl, wie von einem Stromschlag. Dann zischt es. Erst wenn man dann die Pfoten im Wasserbottich hat, beginnt es weh zu tun. Dann hat man noch ein paar Tage Freude an dieser Erinnerung.

Verbrennungen sind recht einfach klassifiziert. Ich bin wahrlich kein Mediziner, doch gibt es bei Verbrennungen grob vier Grade:

    • Verbrennungen 1. Grades: auf der Haut
    • Verbrennungen 2. Grades: in der Haut
    • Verbrennungen 3. Grades: komplette Haut, sämtliche Schichten
    • Verbrennungen 4. Grades: durch die Haut hindurch, Zerstörung darunter liegenden Gewebes

Feiner unterteilt und besser beschrieben:

    • Grad I: Oberflächliche Verbrennung oder Verbrühung, Rötung der Haut, Schmerzen. Spontane Heilung ohne Narbenbildung.
    • Grad IIa: Rötung, Schmerzen, Blasenbildung. Unter den Blasen ist aber noch Leben. Heilung in etwa zwei Wochen, danach ist normales Spüren noch möglich.
    • Grad IIb: Rötung, Schmerzen, Narbenbildung, Spannungen. Unter den Blasen ist das Gewebe verbrannt, Spüren ist nicht mehr oder kaum noch möglich. Abgestorbenes Gewebe muss operativ entfernt werden.
    • Grad III: Irreversible Zerstörungen der Hautschichten, Berührungsempfindlichkeit üblicherweise verloren. Zusammenziehen der Narben.
    • Grad IV: Verbrennungen durch sämtliche Hautschichten hindurch, bis auf Muskeln, Sehnen und Knochen herunter. Verkohlung. Amputationen meist nötig.

Das ist schon ziemlich heftig!

Auf die Frage: "Leute, was glaubt Ihr, ab wann es weh tut?" antworten viele mit "100°!". Bravo, das passt aber nicht. Stahlgefüge ändern sich bereits ab 50°C, Eiweiße stocken ab 60°C ("frogs dilemma" oder "boiling frog" - hoffentlich nur ein Gedankenexperiment!). Da wäre ein Frühwarnsystem schon nicht schlecht!

Und genau so eines haben wir: Schmerz!

Wie gesagt: Ich bin kein Mediziner! Aber allgemein geht's uns bei 37°C Körpertemperatur recht gut. 42°C Fieber führen gerne mal zum Tod - dazwischen liegen schlappe 5°C. Ab 44°C beginnen "Nozizeptore" nervös zu werden. Das sind Nervenenden, die uns vor irreversiblen Gewebeschädigungen warnen - also vor Verletzungen, die halt nicht mehr durch die Zeit geheilt werden können. Doch sind das alles Temperaturen, mit denen der Schmied nichts zu tun hat. Beim Auftrag von Leinöl auf das fertige Stück ist man schnell bei 300°C. Wenn der Schmied biegen will, reichen ihm 800...900°C locker aus. Zum Schmieden geht er gerne auf 900...1.000°C. Geschweißt wird bei etwa 1.200°C - je nach Stahl.

Was will unser Körper dem noch gegenüber stellen?

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Die Werkstatt

Es ist völlig klar: Wo gearbeitet wird, fallen Späne! Das ist auch in der Schmiede so. Damit der Schmied sein Feuer gut beobachten und Glühfarben gut einschätzen kann, hat er es gerne etwas dunkler. Die schweren Werkzeuge geben nicht nach, wenn man mit seinem Schienbein dagegen bolzt. Rauche und Stäube liegen in der Luft. Über die Temperaturen hatte ich ja schon was geschrieben, doch spritzt es auch hin und wieder glühend, wenn geschmiedet wird oder wenn das Stück mit der Zunderbürste abgebürstet wird - die Arbeit mit Winkelschleifer und Schweißgeräten kommt noch hinzu.

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Werkzeuge und Werkstücke

Jedes Teil in der Werkstatt des Schmieds ist, solange es nicht gesichert und definitiv als kalt und ungefährlich bezeichnet werden kann, als heiß und absolut gefährlich anzusehen und auch so zu behandeln.

Die Zange, die das Stück gerade noch gehalten hat. Das verbrutzelte Ende, das gerade abgeschrotet wurde. Der Winkel, der noch im Schraubstock hängt. Das Stück, das eben noch durch die Luft flog und nun neben anderen Stücken auf dem Boden liegt...

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Der Besucher

Na? Schon mal neugierige Besucher in der Schmiede gehabt? Ist nicht einfach, oder?

Besucher gucken gerne. Besucher quatschen aber auch gerne. Und liegt ein Stahl zu lange im Feuer, verbrennt er auch gerne.

Herumlaufende Kinder gehören dringend eingefangen.

Was aber gar nicht geht, ist ein Gartenstuhl für den Besucher, damit er schön schauen und auch schön die Klappe halten kann. Schaut mal, auf welcher Höhe der Amboss und auf welcher Höhe nun der Kopf des Besuchers ist...

Wenn Ihr Besucher empfangt, die sich nicht mit dem Schmieden an sich auskennen: Macht es ihnen nicht zu gemütlich, damit sie sich bald wieder trollen. Das geht jetzt gar nicht so sehr gegen Eure Besucher - tatsächlich geht es hier um deren Unversehrtheit!

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Das Kohlefeuer

Ich nutze Anthrazit-Kohle. Sie ist sehr ergiebig, qualmt wenig, bringt wenig Schwefel mit. Zum Start der Kohle benötige ich Fettnuss - mit einem Papierknubbel, Holz und einem Feuerchen passiert da gar nichts! Also lege ich 1,5 Schüppchen Fettnuss in die Esse, drappiere die mit frischer Anthrazit-Kohle vermischte Kohle vom letzen Mal darum und starte die Fettnuss mit einem Kartuschenbrenner. Das qualmt zwar zu Beginn ordentlich, doch nach gut 10 Minuten kann ich das erste Stück ins Feuer legen. Super! Dann gebe ich immer wieder ein Schüppchen frischer Kohle hinzu und vermische so den alten Kram mit dem neuen. So schmiede ich dann den Tag durch.

Was mir aber auffällt:

Kohlenstäube und Kohlenmehle neigen dazu, heftiger und schneller zu verbrennen. Dadurch spritzen sie auch mal gerne aus der Esse.

 

gefahren in der schmiede 002

 

Hin und wieder macht es zu Beginn des Feuers auch mal "Poff!". Das in dem Moment, wenn man die Luftzufuhr weg nimmt, um z.B. die Flamme wiederkommen zu lassen, die dann die Rauche "frisst". Oder wenn man die Luft weg nimmt, um ein Stück Stahl aus dem Feuer zu nehmen, um die Kohle nicht für nichts brennen zu lassen.

Meiner Meinung nach ist hier eine Schutzbrille Pflicht. Die Rauchschwaden, die aus dem Feuer kommen und gerne mal einen ganzen Bauernhof belegen können, raten von allein zum Atemschutz.

Auch (und besonders dann), wenn ein unbekanntes Stück ins Feuer gelegt werden soll. Ein alter Schraubenschlüssel beispielsweise, der eine suuuuper Mini-Axt werden könnte. Niemand von uns weiß, womit er beschichtet wurde. Oder mal eben den Lack von einer Schraubfeder runter brennen... Wenn meine Flamme aber plötzlich grün wird, komische Rauche aufsteigen und sich auch die Kohle grünlich verfärbt, landet das Ding ohne weitere Beachtung im Wasserbottich. Auch nehme ich dann gerne kurz Abstand von meiner Feldschmiede - das muss ich nun wirklich nicht haben!

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Die Klamotten

Eng anliegende Kleidung sollte klar sein. Mit so einem Kaftan bleibt man ja auch überall hängen... Ich möchte noch einen möglichst hohen Anteil Naturfasern drauf legen, da Kunststofffasern schmelzen und sich in Wunden verkleben.

Eine Lederschürze ist nach meiner Meinung Pflicht.

Ärmel und Hosen werden nur nach innen umgeschlagen. Jeder kann sich vorstellen, was passiert, wenn sich ein glühendes Stück Stahl dort verfängt.

Apropos "hängenbleiben": Was hab' ich mich schon über meine Schickimicki-Arbeitshosen aufgeregt, wenn ich mal wieder mit einer unnützen Gürtelschlaufe am Knebel vom Schraubstock hängen geblieben bin...

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Die Schuhe

Das ist auch so ein Thema für sich. Standard sollte der S3 Sicherheitsschuh sein. Wenn sein Schaft lang von dem nach innen umgeschlagenen Hosenbein überdeckt wird, kann auch kein Stahl in den Schuh hüpfen. Ist der Schaft zu kurz, empfiehlt es sich, den Schuh im Bedarfsfall schnell vom Fuß "kicken" zu können, ohne darauf warten zu müssen, dass der Stahl unten wieder raus kommt.

Viele Schmiede raten tatsächlich zu Holzschuhen - jaja, richtig: Die dicken Dinger von Frau Antje aus der Käsewerbung!

Hallo: Es geht um die Holztreter! Also bitte...

Dann bitte aber nur die Dinger, die komplett aus Holz bestehen, nicht die mit dem Lederlappen oben drauf.

Ansonsten halt den typischen S3 Sicherheitsschuh umschnallen. Möglichst hoch im Schaft und gut geschnürt, damit immer genügend (nach innen umgeschlagene) Hose über den Schuh fällt. Tritt man auf ein heißes Stück Stahl, schmilzt die Sohle nur bis zur Stahleinlage. Das passt dann schon noch und man hat den Schuh in der Regel vom Huf, bevor es richtig warm wird. Im Zweifel muss man halt mal kurz in den Wasserbottich latschen.

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Die Schutzbrille

Tja, die Schutzbrille ist mal so ein Ding...

Eine gute Schutzbrille schützt vor irgendwelchen Teilen, die durch die Luft in Richtung Auge fliegen. Das kennen wir!

Interessant wird es aber, wenn wir darüber nachdenken, dass sowohl aus dem Feuer als auch aus den Schmiedestücken Strahlen austreten, die wir nicht ohne Weiteres sehen können, die unsere Augen aber trotzdem treffen und schädigen können. Eine gute Schutzbrille schirmt daher auch UV- und Ir-Stahlen ab. Achtet beim Kauf auch darauf, dass diese Schutzbrillen gut und dicht sitzen, nicht beschlagen und bei Nutzung von Atemschutzmasken tragbar bleiben! Schutzbrillen haben immer "Gläser" aus Kunststoff, niemals aus Glas - das würde die Brille nur noch gefährlicher machen. Typische Lesebrillen vom Discounter scheiden hier leider aus.

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Der Schraubstock

Mein pesönlich größter Feind in der Werkstatt: Der Schraubstock! Eigentlich recht harmlos, oder? Es soll auch gar nicht darum gehen, dass man sich hier immer wieder darin verheddern kann, wenn der Knebel nicht nach unten zeigt... nein. Oder darum, dass man Rückenschäden bekommen kann, weil die Höhe nicht richtig eingestellt ist... nein. Oder darum, dass ein Werkstück wegflutschen kann, weil man es falsch eingespannt hat... auch nicht. Mein Hinweis geht in eine ganz andere Richtung: Wärme!

Ich habe derzeit drei Schraubstöcke um mich herum versammelt:

Ein Heuer Front 160 für übliche Arbeiten wie feilen, sägen etc. Dieser Schraubstock besteht komplett aus Stahl und ist unzerbrechlich. Man kann ihn zwar verbiegen (z.B. wenn ein Werkstück zunächst falsch und dann noch mit Gewalt eingespannt wird), aber zerbrechen kann man ihn nicht!

Dann habe ich an meiner Feldschmiede einen alten Feuerschraubstock, auch ist das mein einziger Flaschenschraubstock (die Backen öffnen auf einem Kreisbogen, nicht wie bei den Parallelschraubstöcken).

Und zum Schluss habe ich hier noch einen Gussschraubstock aus China. Groß und schwer, für die etwas groberen Arbeiten halt. Da kann ich ruhig mal draufhauen, auch kann er die Klamotten festhalten, die ich mit einem Brenner bearbeiten will. Und um genau dieses Biest nach einer Wärmebehandlung soll es hier mal kurz gehen - der ist nämlich nach einer halben Stunde noch lecker warm. Und zwar so warm, dass man ihn (zumindest nicht, ohne Blasen an den Fingern zu bekommen) nicht lange anfassen kann:

 

waermebildkamera 001

 

Vorsicht - noch so ein typisches "Problem" am Schraubstock:

Man ist durch die langjährige Nutzung eines Schraubstocks beim Feilen und Sägen gewohnt, dass man einfach so zupackt!

Das ist ein lange antrainiertes Verhalten und es erfordert eine immense Konzentration, davon bewusst abzuweichen. Der eine oder andere "Verbrutzler" wird diesen Vorgang sicherlich beschleunigen...

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Abschrecken von Werkstücken

Hu! Da kann's schon mal richtig zur Sache gehen! Natürlich zischt und qualmt es, wenn man ein heißes Stück im Wasserbottich abschreckt... das kennt man ja. Es kann aber saugefährlich werden, wenn dieses Stück z.B. aus mehreren Lagen Stahl besteht und der Wasserdampf zwischen den Lagen her schießt. Unter Umständen zerreißt der entstehende Dampf das ganze Stück - aber das hört Ihr dann schon und lasst das Stück von alleine an der Luft abkühlen...

Interessant ist dabei auch folgende Beobachtung:

    • Richtig heiße Stücke verlieren im Wasser oder Öl immens viel Temperatur - sie sind direkt nach dem Abschrecken so kalt, dass man sie gut anfassen kann.
    • Stücke, die nicht so sehr heiß sind, verlieren auch nicht so viel Wärme im Wasser (oder Öl) - sie halten ihre Wärme besser. Daran kann man sich schon mal verbrennen!

Sch...."öne" Physik!

Schwere Werkstücke kühlen oft nicht bis in den Kern ab, sodass von hier aus wieder Wärme nach außen dringt. Wundert Euch also nicht, wenn so ein Klotz nach zwei Minuten wieder heiß geworden ist.

Das Abschrecken in Öl wird Euch gerne mit einer herrlichen Flamme und entsprechenden Gasen und Rußen begrüßen. Macht Euch damit langsam vertraut, bevor Schockmomente kommen. Das Öl selbst brennt nicht (auch, wenn ich das aus dem allgemeinen Sprachgebrauch hier und dort falsch erwähne), es sind die Gase, die aus dem Öl treten. Diese Gase sammeln sich zunächst im Behälter, verteilen sich aber nach dem Öffnen in der Werkstatt.

Auch das Öl, das nach dem Abschrecken an einem Werkstück haftet, gast weiter aus, sodass aus einem abgeschreckten Stück eine wunderbare Fackel wird. Öl haftet auch gerne noch an der Zange. Fuchtelt also nicht damit rum und haltet nicht den Kopf über den Behälter! Lange Arme, kurze Ärmel... Achtet darauf, dass der Ölbehälter supersicher steht, nicht wackelt und nicht vom Tisch fallen kann. Blöd ist, wenn sich brennende Ölgase über den ganzen Boden verteilen... Ich empfehle, einen dichtschließenden Behälter mit Öl nur auf dem Boden zu halten.

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Der Amboss

Das Prachtstück, das Juwel einer jeden Schmiede: der Amboss!

Ein herrliches Stück Werkzeug! Und die vergangene Entwicklung betrachtend wohl auch eines der wichtigsten Werkzeuge, das die Menschheit nach vorne gebracht hat.

So ein Amboss hat eine gewisse Masse und Stabilität. Wenn es vielleicht zunächst egal ist, wo er untergebracht wird... seid Euch sicher, dass er Eurem Schienbein keinen Platz machen wird. Doch so massiv und schwer so ein Ding ist, so verwundert ist man, wie leicht man ihn bewegen kann. Packt ihn an einem Horn und zieht daran mal nach oben: kein Problem! Stellt ihn auf ein paar Stücke Rundstahl, schon könnt Ihr ihn galant durch die Gegend fahren. Naja, alles relativ natürlich. Das 100kg-Ding alleine und aus dem Kreuz heraus auf den Holzklotz hieven ist da schon eine ganz andere Nummer - holt Euch da Hilfe! Wer auch gerne mal unterwegs schmieden möchte, für den führt der Weg auch gerne zum leichteren "Reiseamboss", der den "Dicken" unterwegs zum Kumpel ersetzt.

Vielleicht richtet Ihr ja schon Eure Werkstatt ein, dann bekommt er bestimmt schon einen festen Platz zugewiesen. Ich hingegen muss meinen kleinen Racker immer noch aus dem Schuppen unters Carport zerren. Mit einem Gurt ist er dazu am Holzklotz festgezurrt, der Holzklotz wiederum ist mit einem eigenen Gurt an der 350kg-tragenden Sackkarre geschnallt. Habe dabei auf Vollgummi-Reifen und gute Radlager geachtet, das klappt ganz gut! Wichtig bei der Karrerei sind mir der Rückwärtsgang und Sicherheitsschuhe geworden. Wenn Ihr Eurem Amboss einen festen Platz zuweist, achtet darauf, dass genug Platz drumherum ist, sodas Ihr da aus allen Richtungen ungehindert drauf rumtrommeln könnt. Spätestens mit Eurem Zuschläger wird das spannend: der muss ja auch irgendwo hin - und der braucht auch Platz nach oben!

Fixiert den Amboss auf seinem Klotz, sodass er darauf nicht wackeln, wandern und hüpfen kann. Ein kleiner Holzkeil kann schon helfen. Wenn Ihr eine Biegegabel in den Vierkant stecken wollt, wird das Thema der Befestigung noch mal auf den Tisch kommen - dann denkt Ihr aber auch schon darüber nach, den Klotz selbst einen guten Meter im Boden zu versenken.

Da Ergonomie immer ein wichtiges Thema ist, empfehle ich zum Anfang: Stellt Euch locker und gerade hin und lasst den Arm nach unten hängen, dann schließt Eure Hammerhand so, als ob ein Hammerstiel darin liegen würde. Da wo nun Eure Fingerknöchel sind, habt Ihr ein gutes Höhenmaß für die Oberkante der Ambossbahn. Hättet Ihr nun wirklich einen Hammer in der Hand, müsstet Ihr den Arm zum Schlag nicht komplett durchstrecken, da ja noch ein Teil des Hammerkopfes und das Schmiedestück selbst dazu kommt. Nachher könnt Ihr es Euch durch ein paar cm höher oder tiefer noch gemütlicher gestalten.

Wem der Amboss zu sehr in den Ohren klingelt, kommt schnell auf den Gedanken einen Gehörschutz zu tragen. Wer nun aber noch an die geplagten Nachbarn denkt, denkt vielleicht eher an den Auslöser, weniger an die Symptome. Das Klingen (was auch ein munteres Klingeln sein kann) kommt vom Amboss selbst, der beim Schlag mit dem Hammer in Schwingung gerät. Was man hier machen kann: Die Fläche des Ambossfußes 2cm in den Holzklotz fräsen - damit beginnt es. Ab hier werden mindestens zwei Meinungen vertreten: Ausgießen der Form mit Blei, dann den Amboss in das noch warme Blei stellen. Zweite Variante: Dicke, erwärmte Bitumenpappe vom Dachdecker in die Form legen, dann wieder den Amboss darauf stellen. Bei beiden Varianten wird der Amboss nachher noch mit Stahlstreifen und langen Schrauben an den Klotz gezogen. Wie nun mit Blei oder Bitumenpappe umgegangen wird, steht bestimmt in einem anderen Buch... Fakt ist aber, dass der Amboss nun vollflächig und unter Zug auf seinem Klotz thront. Wenn es dann immer noch etwas klingelt, setzen Schmiede gerne schwere und besonders starke Magnete an. Bei dieser Taktik geht es aber auch darum auszuprobieren, an welcher Stelle der Magnet nun haften soll, was dem Aufbau des Ambosses geschuldet ist. Ein paar Millimeter weiter oben oder unten können Welten ausmachen! Anders gesehen: Über die Zeit wird sich wohl der ganze Amboss aufmagnetisieren - ob es da noch so viel Spaß macht, Nägel zu schmieden?

Die Ambossbahn ist (bei einem guten Amboss) aus gehärtetem Stahl. Bahn und Finne eines Hammers aber auch! Wer hier zu stark zuschlägt, ohne ein weicheres Werkstück dazwischen zu haben, riskiert munteren Splitterflug! Das übliche Auftippen oder auch mal ein wenig Schwung holen ist da weniger ein Problem - gebt aber mindestens Eurem Zuschläger genaue Zielanweisungen!

Haltet Eure Ambossbahn trocken und sauber. Zunder muss nicht wieder zurück ins Werkstück geschmiedet und auch nicht unnötig durch die Gegegend gepustet werden, man kann ihn auch galant mit einem Handfeger in Richtung Wassereimer schubsen. Wenn Ihr kleine Kinder erschrecken oder zu neugierige Besucher auf Abstand bringen wollt, legt Ihr ein heißes Stück Stahl auf einen dicken Tropfen Wasser und schlagt dann mit dem Hammer darauf - das knallt, wie ein Schuss aus einer Pistole! Das macht Ihr natürlich nicht! Also: trocken und sauber halten!

Einsteckwerkzeuge sind nur so lange in den Löchern zu belassen, wie sie gerade zur Arbeit gebraucht werden - dazu aber mehr im nächsten Abschnitt:

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Einsteckwerkzeuge für den Amboss

Die Frage taucht recht häufig auf: "Wie muss ich den Amboss richtig stellen?". Einige meinen, dass der Stauch vom Schmied wegzeigen muss (so denn einer am Amboss ist...), andere Stimmen schwören darauf, dass das Rundhorn nach links zeigen muss. Eigentlich ist es egal, da der ganze Amboss ein Werkzeug ist und von allen Seiten bespaßt werden kann - dazu ist er da. Doch wird der Schmied meist von einer Seite des Ambosses arbeiten.

Wie rum nun ein Amboss zu stehen hat, ergibt sich aus häufiger Sicht aus einem anderen Grund: den Löchern in der Ambossbahn! Und dieser Grund scheint mir so logisch, dass ich ihn Euch vorstellen möchte: In das Rundloch kommen Werkzeuge, die auf der Ambossbahn gedreht werden können (z.B. ein Niederhalter) oder man benutzt es, um einen Dorn durch ein Stück Stahl zu schlagen. Aber wir kennen auch scharfe und spitze Werkzeuge wie Hörnchen, Abschrot etc., die fest in das Vierkantloch gesteckt werden und dann genauso wenig nachgiebig sind, wie der Amboss selbst.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Hammer in der rechten Hand geführt wird...

Wichtig ist zu beachten, dass die Hammerhand nichts über den Werkzeugen im Vierkantloch zu suchen hat - in der Vergangenheit wurden da angeblich schon Finger abgeschlagen! Also müssen diese Werkzeuge immer links im Amboss sitzen - und dann gehört auch das Vierkantloch auf die linke Seite.

Natürlich kann man auch mal am Ambosshorn selbst hängen bleiben. Aber die Einsteckwerkzeuge sind immer noch ein Stück höher, als die Ambossbahn. Günstig ist es, wenn das Feuer rechts vom Amboss steht, dann braucht Ihr Euch auch nicht mit der Zangenhand über die Einsteckwerkzeuge drehen.

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Der Winkelschleifer

Der Winkelschleifer ist nun nicht unbedingt das klassische Werkzeug für einen Schmied. Ein Schweißgerät auch nicht. Ebensowenig eine Gasesse. Andersherum: Wer glaubt denn tatsächlich, dass Berufsschmiede auf diese Hilfsmittel freiwillig verzichten würden? Jeder Beruf entwickelt sich weiter, auch der des Schmieds. Wer allerdings auf die ausschließlich klassische Bearbeitung von Stahl auf dem Stand von vor über 100 Jahren steht... auch der darf schmieden und sich Schmied nennen! Warum auch nicht? Was mich nur hier und dort stört ist das Naserümpfen derjenigen, die ihr Kohlefeuer ausschließlich mit einem Blasebalg betätigen und nur diese Vorgehensweise für richtig halten.

Dass vom Winkelschleifer an sich eine gewisse Gefahr ausgeht, wird durch den Lärm beim Einschalten schon bewusst. Eng anliegende Kleidung ist Pflicht, ebenso wie Schutzbrille, Atem- und Gehörschutz. Trennscheiben werden nicht zum Schruppen genutzt - dafür gibt es die dickeren Schruppscheiben. Hin und wieder sollte man überlegen, ob man nicht an Stelle des Winkelschleifers mit Trennscheibe nicht doch lieber den Plasmaschneider des Kumpels bemühen sollte, viele Bleche können auch mit einer Stichsäge gesägt werden.

Die "Klangprobe" an den Scheiben vor Benutzung ist jedem geläufig.

Was sich auch jeder denken kann ist... also, wenn so eine Trenn- oder Schruppscheibe immer kleiner wird, und das Werkstück auch, dass sich das Zeug in Form von Staub in der Luft sammelt und nicht zum Einatmen gedacht ist. Das betrifft Rostpartikel ebenso wie Lack, der heruntergeschliffen werden soll.

Worauf ich hier hinaus will, ist z.B. diese elende Drahtbürste für Winkelschleifer. Mal als Zopf, mal als Topf ausgeführt. Diese Dinger halte ich für saugefährlich! Und ich würde es begrüßen, wenn der eine oder andere von Euch hier auf den Winkelschleifer verzichten würde und lieber den Akkuschrauber mit den dazu passenden Bürsten nimmt. Natürlich fliegen da auch Borsten raus, die dann im Schutzbrillenglas stecken! Natürlich wickelt auch so eine Bürste mal ein schlabberiges T-Shirt ein! Nur halt nicht so schnell...

Noch so ein Ding, worüber nachgedacht werden darf: Das Weiternutzen von runtergearbeiteten 230-er Scheiben auf einer 150-er Maschine... ich will jetzt keinen hier auf dumme Gedanken bringen - aber dummerweise passt das Zeug zusammen... Achtet bitte mindestens auf die maximalen Umfangsgeschwindigkeiten der Scheiben!

Viele moderne Maschinen (nicht nur Winkelschleifer!) besitzen elektronische Helferlein, die dem Schutz des Bedieners dienen. Sie stoppen beispielsweise bei zu harten Erschütterungen oder bei zu starkem Abbremsen oder aber sie laufen nicht von alleine an, wenn ein unterbrochener Strom wieder eingeschaltet wird. Natürlich sind diese Maschinen immer einen Schluck teurer oder zwei, doch sollte das bei Neuanschaffungen bedacht werden.

Wusstet Ihr, dass auf jeder Scheibe für den Winkelschleifer ein Datum steht, ab dem diese Scheibe nicht mehr genutzt werden soll? Achtet mal darauf und schaut auf den Metallring in der Mitte... Hintergrund ist hier wohl der Kleber, mit dem die Scheibe zusammen gehalten wird. Hier ein Beispiel für den Ablauf in 2020:

 

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Der Hammer!

Ja, das ist der Hammer!

Der Hammer ist neben Amboss, Zange und Feuer das wichtigste Werkzeug des Schmieds. Es ist auch das Werkzeug, dessen Nutzung den Schmied am meisten belastet. Also bekommt er hier auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit.

Der Hammerkopf am Hammer des Schmieds soll immer fest auf seinem Stiel sitzen. Das ist vor jedem Schmieden zu prüfen und das macht ja auch jeder.

Der Hammerkopf an Hilfshämmern soll aber locker sitzen, um Prellschläge zu verhindern. In verschiedenen Quellen ist zu lesen, dass der Kopf von Hilfshämmern auf dem Stiel nicht verkeilt werden darf. Außerdem dürfen diese Hilfshämmer keine gehärteten Flächen haben, sonst fliegen Splitter!

Tja, der Rest wäre jetzt eigentlich was für Orthopäden oder Sportmediziner...

Mir hat letztens jemand erklärt: "Der Schmiedehammer wiegt 4 bis 8 Kilo und der Schmied muss den Stiel fest am Ende packen, nur so kann er arbeiten!"

Aha, soso. Ich versprach zumindest, brav darüber nachzudenken. Vielleicht lade ich ihn ja mal ein... ;-)

In dieser Belehrung sind gleich mehrere Fehler: Mein schwerster üblicher Schmiedehammer wiegt gerade mal 2kg, mein Lieblingshammer hat ein Kopfgewicht von 1,5kg. Mein Vorschlaghammer hat 4kg, aber den nutze ich kaum bis nie. Außerdem ist der was für einen Zuschläger, der eine komplett andere Technik nutzt, um auch ein paar Stunden durchhalten zu können. Es soll Berufsschmiede geben, die einen 3kg-Hammer mit dem üblich kurzen Stiel nutzen - das ist echt heftig! (Die folgenden Links öffnen in einem neuen Fenster)

Alfred Bullermann scheint so ein Modell hier zu benutzen:

 

Alfred Bullermann 3kg Hammer

 

aber bei dem Kerl ist der Name auch Programm... trotzdem verblüfft es mich immer wieder, wie leicht er mit dem Hammer umgeht!

Und schaut mal hier, wie schnell Brent Bailey einen Hammerkopf machen kann - wenn mich nicht alles täuscht, nutzt er dazu seinen 4kg-Hammer aus dem Vorspann:

 

Brent Bailey 4kg Hammer

 

Meine Güte, wohin soll nur all diese Gewalt führen...

Naja, zurück zum Theoretiker... Der nächste Fehler ist der, dass ein Hammer nur an seinem Ende zu packen ist. Der ganze Hammer ist ein Werkzeug und muss auch so behandelt werden dürfen. Ein starker Schlag braucht vielleicht mal viel Schwung, wozu man den Hammer gerne am Ende des Stiels fasst. Für leichte Schläge fasst man dann halt weiter vorn an. Hammergewicht und Form spielen je nach Arbeit eine Rolle, daher sammeln Schmiede auf Dauer so viele Hämmer.

Zum günstigen Hammergewicht gibt es grundsätzlich zwei Herangehensweisen:

Klassisch heißt es: "Musst Du zu stark schlagen, dann ist der Hammer zu leicht!" - das ist logisch, denn es gilt die Gewichtskraft "G". Und G = m * g, wobei "m" die Masse in kg und "g" die Erdbeschleunigung in Metern pro Sekunde ist, abgekürzt 9,81m/s².

Also passt das erst mal: Wenn der dickere Hammer dann immer noch nicht ausreicht, muss er beim Schlagen halt übers Ohr gehoben werden, um die Erdanziehung noch etwas besser zu nutzen.

Man kann sich dem Thema aber auch aus einer anderen Größe der Physik nähern: der Beschleunigung - immerhin steht da auch noch ein Quadrat in der Formel.

Schauen wir uns einen sportlichen Schmied an, der durch "hochheben und fallenlassen" seines 1,5kg-Hammers auf 1,5 Schläge pro Sekunde (90 bpm) kommt. Zwischen "Hammer oben" und Ambossbahn werden es zufällig genau 1m. Etwas theoretisch verteilen wir das Hochheben und das Fallenlassen gleichmäßig auf jeweils 0,25 Sekunden pro Bewegung. Ein schöner Takt...

Also rechnen wir: F = m * a = 1,5kg * 1m / 0,33s² = 13,77 Newton.

Anderes Beispiel: Der Schmied bleibt, das Kopfgewicht des Hammers ist aber nur noch 1kg, etwas "Speed" dazu bedeutet, dass der Schmied nun zwei Schläge pro Sekunde machen soll (120 bpm, was bei dem zu erzielenden Meter zwischen Hammer und Amboss schon ziemlich heftig ist, aber es ist ja nur ein theoretisches Beispiel - und der Hammer kann ja auch weiter hinten gegriffen werden). Wiederum verteilen wir theoretisch das Hochheben und das Fallenlassen gleichmäßig und kommen auf jeweils etwa 0,25 Sekunden pro Bewegung.

Also rechnen wir: F = m * a = 1kg * 1m / 0,25s² = 16 Newton.

Wenn man also einen leichteren Hammer stärker beschleunigen kann, weil das Kopfgewicht geringer ist, dann braucht man den schwereren Hammer nicht nehmen. Man muss halt nur ordentlich Gas geben.

Wie auch immer - das sind Dinge, die jeder für sich herausfinden muss und die von jedem selbst, seiner Konstitution und der Arbeit abhängig sind. Ein Schmied arbeitet lieber mit dem schwereren Hammer, ein anderer Schmied bevorzugt den leichteren Hammer. Jeder nach seinem Gusto. Ein eindeutiges "Richtig!" oder "Falsch!" kann es hier nicht geben, Tipps und Vorschläge dazu können nur in die Richtungen "besser" oder "schlechter" gehen.

Ich muss mich ja schon fast schämen, aber ich greife nur kurz, dafür aber besonders tief in die Kiste der ganz besonderen Schmiede:

Uri Hofi spricht in einem Vortrag davon, dass wenn ein Berufsschmied 10 Stunden lang arbeitet und in jeder Stunde "nur" 15 Minuten schmiedet, er trotzdem auf 20...25.000 Hammerschläge kommt. An jedem Tag seines Berufslebens.

Hier ist das Video zu seinem großartigen Vortrag:

 

Uri Hofi Hammertechnik

 

Ich bin da etwas vorsichtiger und rechne mit 1,5 Schlägen/Sekunde und 10 Minuten Schmieden/Stunde bei 8 Stunden am Tag (was immer noch heftig genug ist!) und komme so noch auf 7.200 Hammerschläge pro Werktag. Einarmig 7.200 mal 1,5kg am Stiel nach oben reißen ist auch nicht ohne. Legt also nicht den Daumen oben auf den Stiel, das hält die Gelenkkapsel auf Dauer nicht aus. Führt den Hammer locker in der Hand zwischen Daumen und Zeigefinger und nutzt die übrigen Finger dazu, um dem Hammer an entscheidender Stelle den letzten "Drive" zu geben. Josh Greenwood hat nach meiner Meinug eines der besten Videos dazu gemacht, hier:

 

Josh Greenwood Hammertechnik

 

Irgendwann, wenn man herausgefunden hat, dass man den Hammer leicht fassen kann, sodass er zwischen den Fingern schwingt und federt, dann findet man bald heraus, dass man nur durch leichtes Anlegen oder Wegnehmen des Ringfingers in der Lage ist, den Hammer in seiner Neigung zu ändern - nämlich genau so viel, wie man gerade für seine Arbeit braucht. Das ist so eine besondere Erfahrung, wie die erste Runde mit dem Fahrrad auf dem Schulhof ohne Stützräder.

Oft wird über Schmerzen im Ellenbogen des Hammerarms geklagt, was oft ein Zeichen von Überlastung ist. Wenn Euch das betrifft (und es tatsächlich von einer Überlastung durch das Schmieden kommt), dann habe ich aus der Ferne zwei Tipps für Euch:

Schaut Euch noch mal Greenwoods Video an und haltet den Hammer lockerer. Dann schaut Euch noch mal Hofis Video an und versucht Eure Stücke so zu treffen, dass der Hammer nicht wegkippt. Als zweiten Tipp könnt Ihr Euch mal nach Dehnungsübungen zum Tennisarm umsehen - das ist einfach und hilft gut!

Ach - noch was: Der Hammerstiel!

Achtet beim Kauf eines neuen Hammers oder Hammerstiels immer darauf, dass die Jahresringe stehen, nicht liegen. Sonst kann es passieren, dass der Stiel aufreißt und man sich die Pfoten einklemmt. Ich war letztens im Baufachmarkt und suchte nach einem neuen Stiel. Ein Griff ins Regal und... na, seht selbst:

 

Hammerstiel falsche Faser

 

Der rechte Stiel ist korrekt, der linke Stiel ist Murks und gehört in die Tonne.

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Leinöl

Leinöl (ja, auch andere Öle) benutzen wir gerne, um geschmiedete Stücke vor Rost zu schützen. Außerdem bewirkt die Behandlung mit Leinöl eine super Haptik.

Um Leinöl aufzubringen wird ein Ballen Stoff oder Küchenkrepp mit Leinöl getränkt, dann wird das etwa 300° heiße Stück damit eingerieben. Das stinkt und qualmt ganz ordentlich, doch haftet es dann an der Oberfläche an und bildet eine robuste Schutzschicht.

Das Problem stellen die alten Lappen dar: Etherische Öle, die aus den Lappen treten, können in einem offenen Behälter zur Selbstentflammung führen. Daher sind entweder die Behälter dicht zu verschließen oder die Lappen kontrolliert zu verbrennen.

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