Auch wenn es heutzutage viele Schmiede für sich beanspruchen: Die Frage nach dem Katzenkopf und der Anspruch auf Antwort stammt eigentlich aus der Schlosserei.

Ein Besucher betritt eine Schlosserei. Der Schlosser ruft: "Katzenkopf?" und erwartet als Antwort: "Stück davon!" - und weiß nun, dass er es auch mit einem Schlosser zu tun hat. Kommt nichts, kommt sonst auch nichts mehr. Jedenfalls nicht zur Sache.

Hier und dort findet man Hinweise auf diese Parole - aber: was soll das?

Der Hintergrund ist in vergangenen Zeiten zu finden. Hölzerne Truhen wurden mit Stahlbeschlägen versehen. Mindestens einer dieser Beschläge wurde mittels eines Scharniers über einen Bügel geklappt und mit einem Vorhängeschloss gesichert.

Und eben dieses Vorhängeschloss hatte aufgrund seiner Bauweise oft die Bezeichnung: "Katzenkopfschloss". Kurz: "Katzenkopf". Das ging offenbar so weit, dass man sogar einen Schlosser selbst als Katzenkopf bezeichnete.

Wenn der Lehrling also durch die Werkstatt schlenderte und den Gesellen fragte: "Öi, was machst Du denn da?" und als knappe Antwort kam: "Katzenkopf!", war der Lehrling beruhigt und konnte weiter fegen. Es ging ja nur um ein Vorhängeschloss...

Wer solch ein Katzenkopfschloss mal in die Finger bekommt und den Deckel abnimmt, erkennt mit ein wenig Vorstellungskraft in der aufwändig gebogenen Feder und dem Loch für den Schlüssel tatsächlich ein Katzengesicht!

Die Frage mit dem Katzenkopf kam immer dann auf, wenn sich ein Schlossermeister davon überzeugen wollte, einen Schlossergesellen vor sich stehen zu haben. Z.B. wenn der Geselle auf der Walz war und "im Rahmen seiner Fort- und Weiterbildung" um Arbeit und Unterkunft bat. Man wollte sich also absichern, zumindest einigermaßen ebenbürtig zu sein und ein Gespräch beim abendlichen Bier zu finden.

In der knappen Antwort: "Stück davon!" wog auch immer ein Stück Demut, da der Geselle hat erfahren müssen, dass sein Handwerk sehr vielfältig war und dass es schwer und mühselig sein würde, Meister zu werden.

Was das nun mit den Schmieden zu tun hat?

Viele metallverarbeitende Berufe, wie z.B. die Schlosser, die Hufschmiede und auch die KFZ-Mechaniker, entstammen historisch gesehen aus der Schmiede...

 

Also: Stück davon! ;-)

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