Hier ist eines meiner Zugmesser.

Entstanden aus einer alten, stumpfen Feile. Naja, eigentlich eher eine Halbrund-Raspel. Dieses Modell hatte keine abgesetzte Angel für einen Heft, ähnlich der Schusterraspeln.

Warum wegwerfen?

Diese Feilen haben meist eine lange und bewegte Geschichte hinter sich.Viele von ihnen sind noch von Hand geschlagen worden; "Feilenhauer" nannte sich der Beruf, aber ich glaube, das macht heute wirklich niemand mehr.

Eine Feile muss für das Material und für die Anwendung geeignet, sowie gerade und scharf sein. Irgendwann, nach vielen Jahren der Arbeit, muss sie ersetzt werden.

Alte Feilen sind großartig, um sie zu diversen Schneidwerkzeugen umzuschmieden, der Stahl ist herrlich!

Das hier entstandene Zugmesser ist nicht sonderlich groß: das Messer selbst ist 160mm breit, die Griffe stehen 320mm auseinander. Aber es ist ein gutes Werkzeug, um z.B. Axt-, Hammer- und Besenstiele zuzurichten.

Spannend sind auch die Hersteller-Logos, die manchmal erst bei den Schleifarbeiten erscheinen, meist aber leider nicht erhalten werden können, weil sie nicht tief genug im Material sind. Aber die Geschichte der Werkzeughersteller ist eine ganz eigene, ganz großartige und spannende...

Diese Feile hier ist an den Enden jeweils bei etwa 50mm abgesetzt worden, um die Angeln auszurecken. Danach wurde zwei Mal normalisiert, dann gehärtet, dann zwei Mal gelb angelassen. Schutz des Stahls durch Leinöl. Die Feilenhefte wurden nach dem Vorschliff auf den heißen Stahl gebrannt, wozu der Messerteil in ein nasses Tuch gewickelt wurde, um ihn vor der Hitze zu schützen.

Ein tolles, gut funktionierendes und sinnvolles Werkzeug!

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